[Produkttest] Es geht auch ohne Kassettenrekorder. Radio.fx Pro

„Ja nun sitzen wir… bei den TOP 804. Kathrin Leeeeehmann und Gunnar Krohn.“ Ich glaube 1993 war das letzte Jahr, in dem ich an einem Samstagmorgen zu Ostern vor meinem Kassettenrekorder saß und Musik aus dem Radio aufnahm, um sie später zusammenzuschneiden.

Musik war zu der Zeit noch greifbar. Im wahrsten Sinne des Wortes. Greifbar… waren aber auch ausgeleierte Bänder. Von Bandsalat mal ganz zu schweigen. Wie froh waren wir alle, als die CD ihren Siegeszug antrat. Oder?

Was mir erst viel später auffiel: Auf eine CD lässt es sich schwer (live) aufzeichnen. Während die meisten bei dem Gedanken sicher schmunzeln und darauf hinweisen, dass man die Musik doch auch einfach im iTunes Store oder bei Amazon kaufen kann, weise ich mit Nachdruck einfach mal darauf hin, dass das Radio nicht nur Musik ausstrahlt.

Was ist mit der Comedy? Mit Interviews? Mit interaktiven Shows? Mit Berichterstattungen, Hörspielen,… dem Ohrenbären? Vieles davon gibt es eben nicht bei Amazon & Co. Und mein CD Player zuhause hat leider keine REC Taste.

Im Laufe der Jahre fanden daher viele Programme ihren Weg auf meinen heimischen PC, um dieses Problems Herr zu werden. Und nachdem ich die letzten drei Jahre nur noch eine einzige Anwendung benutze, um das Radio wieder so greifbar zu machen wie es einst war, stelle ich es hier und heute vor:

Radio.fx Pro

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Radio.fx ist eine Software, die von der Firma Tobit als Nachfolger des Programms ClipInc seit einigen Jahren erfolgreich entwickelt und vertrieben wird. Während sich bei ClipInc alles um das Speichern von Musik drehte, fokussiert sich Radio.fx auf das Radio-Hören (nicht gleich wegsurfen… auch mit Radio.fx kann man aufnehmen).

imageDazu bietet es zusätzlich zum Empfang von Radioprogrammen jede Menge Funktionen, die herkömmliche Radios alt aussehen lassen. Auf einem Zeitstrahl, der sicher nicht ganz ungewollt einige optische Ähnlichkeiten zu Facebooks neuer Timeline zeigt, werden die aufgezeichneten Titel übersichtlich dargestellt und der Hörer kann fließend vor- und zurückspulen. Die djukebox integriert einen coolen (auf Touch-Displays optimierten) Kiosk Modus, in dem ausgewählte Titel wie von Playlisten gewohnt gespielt und optisch genial präsentiert werden. Falls ein Sender Podcasts ausstrahlt, lassen sich diese über den Podcasts Bereich einsehen und abspielen genauso wie der EPG Bereich (Electronic Program Guide) wie bei einer TV-Zeitschrift zeigt, wann was wo läuft. Damit verpasst man garantiert kein Hörspiel mehr.

Wie macht Radio.fx das?

Radio.fx besteht aus zwei Komponenten: Zum einen gibt es einen Windows Dienst, der im Hintergrund läuft, den Benutzer nicht weiter stört und fleißig nach Vorgabe die Sender aufzeichnet. Dazu kommt dann die Radio.fx Oberfläche, die quasi ein Fenster darstellt… nicht zum Hof sondern zu den aufgezeichneten (und gerade laufenden) Radiosendungen.

Natürlich lassen sich einzelne Titel jederzeit trimmen (so können z.B. Anmoderationen entfernt werden), und Titel können einfach und schnell extrahiert werden. Dabei unterstützt Radio.fx neben der Festplatte und Wechselmedien auch iTunes, Pocket PCs, den Versand per Email, das Extrahieren in Kollektionen und seit dem aktuellsten Update sogar MTP Geräte.

Und wenn das nicht schon genug wäre, reichert Radio.fx die MP3 Dateien sogar mit Lyrics an, fügt das Album Cover hinzu und blendet – wenn gewollt – die Titel ein und aus.

Die Liste der Features ließe sich noch weiter fortführen. Soll ich?

Wie wäre es mit:

  • Im eigenen Netzwerk Kollektionen via Webcast ausstrahlen
  • Mit Geräten synchronisieren
  • Unterstützung von Stream-Tags
  • Teilen von Songs auf Facebook
  • Integration der Facebook-Seiten von Radiosendern
  • 30 Sekunden zurückspulen während laufender Sendungen
  • Songs eines Albums sofort zusammenstellen

imageUnd falls jetzt jemand in Erinnerungen daran schwelgt, wie er für seinen heimlichen Schwarm Mixed Tapes zusammengestellt hat… oder alternativ einen meiner Lieblingsfilme gesehen und so immerhin John Cusack dabei zuschauen konnte, dem sei gesagt:

Das geht auch mit Radio.fx. Einfach eine Kollektion erstellen und diese als Mixed-Tape per Email verschicken. Der Empfänger erhält eine Email mit einem Link zu http://mixxtape.de; einer Website bereitgestellt von Tobit.

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten

Viele Funktionen bedeuten allerdings auch, dass das Programm auf den ersten Blick ein wenig unübersichtlich wirkt. Zudem verstecken sich einige geniale Dinge wie z.B. das sog. InterCom (siehe unten) in Menüs, die sich erst zeigen, wenn man die ALT-Taste drückt.

Das Aussehen der Oberfläche hilft auch nicht sehr dabei, eine intuitive Bedienung zu ermöglichen. Da habe ich schon Besseres gesehen. Viele Hersteller von z.B. Betriebssystemen folgen zurzeit dem Trend, sicherzustellen, dass die Anwendungen, die darauf laufen, ein ähnliches Aussehen und Bedienungsgefühl haben… damit sich die Benutzer sofort zurecht finden. Radio.fx schwimmt hier gegen den Strom. Der Vorgänger ClipInc hatte noch direkt in die Oberfläche integriertes Video, in dem ein Mitarbeiter dem Benutzer gezeigt hat, was er wo findet. Das hätte ich hier auch nicht verkehrt gefunden.

Ansonsten: Radio.fx gibt es in zwei Versionen. Zum einen eine kostenlose Basic Edition und die kostenpflichtige Pro Version für 19,90 Euro (Lizenz für ein Jahr; eine uneingeschränkte Lizenz kostet 29,90 Euro). Mit der Basic Edition dürften die meisten bereits sehr zufrieden sein.

Tobit will’s wissen

Während es bei vielen Programm einer Suche nach dem heiligen Gral gleich kommt, eine Email-Adresse zu finden, an die man sich wendenkann, wenn es Probleme gibt, geht Tobit so weit, dass mit dem sog. InterCom ein Hilfesystem direkt in die Software integriert ist. Darüber kann man sich direkt an den Support wenden. Das funktioniert wirklich super und die Kollegen von Tobit antworten i.d.R. sehr schnell auf Fragen.

Last but not least veröffentlicht Tobit mit jedem Update im Hilfe Menü sog. Release Notes, die Aufzählungen der neuen Funktionen und Aktualisierungen inklusive kurzer Beschreibung enthalten. So muss es sein!

Fazit

Alles in allem handelt es sich bei Radio.fx Pro um eine empfehlenswerte Software für alle radiobegeisterten Zuhörer, die im 21 Jahrhundert angekommen sind und einfach mehr wollen. Smiley

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2 Gedanken zu “[Produkttest] Es geht auch ohne Kassettenrekorder. Radio.fx Pro

  1. Hier mal ein Hinweis zu den „verschwundenen“ Menüs in Radio.fx:
    Dass Menüs ausgeblendet werden zugunsten einer weniger komplexen Oberfläche hat unter Windows seinen Anfang – glaube ich – seit Office 2007 und den Ribbons genommen. Dort und z.B. auch beim Windows Live Messenger (und einigen anderen Programmen) kann man die Menüs mit Drücken der ALT-Taste wieder einschalten. Aber auch nur für den nächsten Klick… sonst sind sie wieder weg. 🙂

    Wenn man bei Radio.fx das Menü dauerhaft einschalten will, geht das so:

    – „ALT“ drücken.
    – Im Menü „Datei“ auf „Einstellungen“ klicken.
    – Im Dialog „Einstellungen“ in der GroupBox „Anzeige“ auf „Einstellungen“ klicken.
    – Im Dialog „Anzeige“ das Häkchen bei „Immer Menü anzeigen“ setzen.
    – Alle Dialoge mit „OK“ bestätigen.

  2. Pingback: Software: Radio FX Pro | nachgebloggt

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