[Rezension] Die Verratenen von Ursula Poznanski

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Titel: Die Verratenen (Bd. 1)
Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe Verlag
Erscheinungsdatum: Oktober 2012
Format: Gebunden mit Schutzumschlag (464 Seiten)
ISBN-13: 978-3785575468
Preis: 18,95€

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Inhalt
Privilegiert und mit Aussicht auf eine sehr erfolgreiche Zukunft, lebt Ria innerhalb einer Sphäre und studiert dort an der angesehensten Universität im gesamten Sphärenbund.
Das Leben außerhalb der Sphären ist schwierig und mit vielen Entbehrungen verbunden, da nach der “Langen Nacht” immer noch ewiger Winter herrscht.
Als Elitestudentin wird Ria darauf vorbereitet, in naher Zukunft einen bedeutenden Posten zu übernehmen. Ihr fehlt es an nichts. Wärme, regelmäßige Mahlzeiten und eine gute medizinische Versorgung gehören zu ihrem Leben.
Eines Tages jedoch bekommt sie ein Gespräch mit, das nicht für ihre Ohren gedacht war und ihr gesamtes Leben verändert. Sie und fünf andere Studenten werden des Verrats bezichtigt und sollen möglichst schnell und unauffällig beseitigt werden. Sie müssen sterben – ohne Verhandlung und ohne erkennbaren Grund.
Durch das Gespräch vorgewarnt entgehen die sechs Studenten einem Attentat und müssen in die feindselige Welt außerhalb der Sphären flüchten.

Meine Meinung
Die Verratenen ist mein erstes Buch von Ursula Poznanski. Ich habe bis jetzt zwar immer nur Gutes über ihre Bücher gehört, konnte mich aber erst jetzt davon überzeugen.

In letzter Zeit sind mir zunehmend häufig Bücher untergekommen, die entweder vor Klischees und Kitsch nur so trieften oder teilweise wirklich naive, ja fast schon dumme Protagonisten beherbergten. Im schlimmsten Fall war es eine Mischung aus beidem.
Die Verratenen ist so schön anders. Keine Klischees, kein Kitsch und endlich wieder intelligente Charaktere, die keinen Helden-Komplex haben. Vielen Dank Frau Poznanski!

Der Einstieg ins Buch gelang mir sehr leicht. Der packende, wirklich angenehm flüssige Schreibstil ließ die Seiten nur so an mir vorbeirauschen.
Rias Welt – geprägt von Perfektionismus, Manipulation und ewiger Konkurrenz – wird dem Leser Kapitel um Kapitel näher gebracht. Stückchenweise werden Informationen zum herrschenden System innerhalb und außerhalb des Sphärenbundes und zu den Charakteren an sich eingestreut. So erfährt der Leser beispielsweise genug über das Leben und die Ausbildung der Studenten und welches Ziel der Sphärenbund offiziell verfolgt, ohne dass die gestreuten Informationen zu Lasten des Spannungsbogens gehen. Zu einem späteren Zeitpunkt wird auch das Leben der Bewohner außerhalb der Sphären beleuchtet, das im Großen und Ganzen zwar durch Entbehrungen, aber auch durch Freiheit und gegenseitigem Respekt geprägt ist.

Ich persönlich hätte mir ein paar mehr Hintergrundinformationen gewünscht. So habe ich zwar durch subtile Andeutungen erfahren, dass die “Lange Nacht” eine erneute Eiszeit heraufbeschworen hat, die das Leben im Freien unwirtlich gemacht hat, aber wie es zu dieser Katastrophe kam und welche Umstände danach dazu geführt haben, dass die Welt so ist wie sie ist, wird leider nicht erwähnt.
Da es sich hier aber um einen Jugendroman handelt, dessen Zielgruppe die jüngeren Leser umfasst, finde ich die gewählte Menge an Informationen ausreichend und damit passend. Nichts wird künstlich in die Länge gezogen oder seitenlang umschrieben. Die gezeichnete Welt hat mich nur einfach so sehr interessiert, dass ich gerne mehr darüber erfahren hätte. Aber vielleicht kommt das noch in den Folgebänden.

Neben dem gut durchdachten und durchaus realistischen Zukunftsszenario, punktet Ursula Poznanski auch mit ihre Charakteren. Jeder einzelne ist authentisch und individuell ausgearbeitet. Genau wie die beschriebene Umgebung konnte ich mir die Charaktere bildlich vorstellen. Die einzelnen Stärken und auch Schwächen wurden meiner Meinung nach gut herausgearbeitet.
Ria, unsere Protagonistin aus deren Sicht die Geschichte geschildert wird, ist wirklich eine angenehm “unnervige” Person. Intelligent und ihr Können um verbale und nonverbale Kommunikation nutzend, meistert Ria fast alle Situationen ohne weinerlich oder heldenhaft zu wirken. Zunächst erscheint sie fast zu perfekt, doch die Fehler, die sie macht, machen sie einfach zu einer sympathischen Protagonistin.

 Fazit
Mit Die Verratenen ist Poznanski eine intelligente und gut durchdachte Dystopie gelungen. Ein rundum gelungener Auftakt zu einer Trilogie, die verspricht richtig spannend und interessant zu werden. Der erste Teil hat mich auf jeden Fall überzeugt und auch wenn das Ende keinen wirklich fiesen Cliffhanger hat, reicht es aus, um die Wartezeit auf den zweiten Band fast unerträglich zu machen. Smiley
Wer ein Bedürfnis nach intelligenten Charakteren, einem nahezu klischee- und kitschfreien Buch hat, der sollte zu dieser Dystopie greifen. Eine absolute Leseempfehlung von mir, auch für erwachsene Leser.

Skala 5 Stern

Vielen Dank an das Team von Lies & Lausch für die tolle Leserunde zum Buch und an den Loewe Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars!

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3 Gedanken zu “[Rezension] Die Verratenen von Ursula Poznanski

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