[Rezension] Thoughtless: erstmals verführt von S.C. Stephens

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Titel: Thoughtless: erstmals verführt
Autor: S.C. Stephens
Übersetzer: Sonja Hagemann
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 20. April 2015
Format: Klappenbroschur (640 Seiten)
ISBN: 978-3-442-48242-9
Preis: 9,99€

zum Buch

Leseprobe

 

 

Worum geht’s?

Kiera und Denny sind seit zwei Jahren ein Paar. Beide lieben sich sehr und würden alles füreinander tun. Daher fackelt Kiera auch nicht lang, als Denny tausende Kilometer entfernt ein Jobangebot erhält, bricht zu Hause alle Zelte ab und zieht mit ihm nach Seattle. Ihre Familie ist darüber gar nicht glücklich und versucht sie zur Rückkehr zu überreden. Vergeblich.
Denny und Kiera kommen bei einem Freund Dennys aus Kindertagen unter. Kellan ist Rockstar und sieht unwiderstehlich gut aus.
Als Denny nun berufsbedingt die Stadt verlassen muss, fühlt Kiera sich einsam und findet Trost bei Kellan. Was harmlos als Freundschaft begann, wird immer intensiver, immer leidenschaftlicher und immer verbotener. Kiera muss sich entscheiden: Denny oder Kellan?

Meine Meinung zum Buch

Kann man ein Buch gleichzeitig mögen und irgendwie doch nicht mögen? Scheinbar geht das, denn mir geht es mit diesem Buch so. Ich weiß, dass diese Aussage nicht zwangsläufig Sinn ergibt, daher bin ich umso gespannter auf meine eigene Rezension.

Kiera und Denny sind unheimlich glücklich miteinander. Sie zieht für ihn um und er schmeißt seinen Job hin, um sie nicht zu verlieren. Sie werden als das Traumpaar beschrieben, doch das sind sie nicht wirklich, wieso sonst sollte Kiera sich in ihren Mitbewohner Kellan vergucken? Eine Dreiecksgeschichte nimmt ihren Lauf und genau hier startet auch mein Problem

Während der Schreibstil flüssig, leicht und gut zu lesen ist, kommt die Charakterbildung mir hier viel zu kurz. S.C. Stephens konzentriert sich in ihrer Geschichte hauptsächlich auf ihre drei Protagonisten. Die Nebencharaktere bleiben relativ blass, was ich sehr schade finde.
Aber auch die drei Hauptcharaktere sind überarbeitungswürdig. Kellan macht Vieles alleine mit sich selbst aus, so dass der Leser nur bedingt an seiner Gefühlswelt teilnimmt. Denny ist ein unglaublich lieber Charakter, den ich wirklich gern habe und daher hat es mir auch so weh getan, wie mit ihm umgegangen wurde. Aber leider wird er auch als zu gut und teilweise zu naiv charakterisiert, was ihn etwas unglaubwürdig macht.
Kiera hingegen war mir zeitweise sogar richtig unsympathisch. Sie wird als schüchterne Frau charakterisiert, die sich selber für unscheinbar hält. Gleichzeitig ist sie aber mit einem umwerfend gutaussehenden Mann zusammen und ein noch besser aussehender Mann hat ein Auge auf sie geworfen. Passt für mich nicht ganz ins Bild. Sie errötet ständig und die harmlosesten Sachen sind ihr unangenehm, aber wenn die Leidenschaft mit ihr durchgeht, verliert sie plötzlich ihre Schüchternheit. Kiera ist sehr unsicher und auch naiv.

Das Buch hat 640 Seiten und das sind eindeutig zu viele. Das Buch dreht sich ab einem gewissen Zeitpunkt leider nur noch im Kreis, bis es kurz vor Ende auf die Zielgerade abbiegt. Der Anfang und das Ende des Buches haben mir sehr gut gefallen, der Mittelteil hätte getrost um bestimmt 200 Seiten gekürzt werden.
Mehr als ein Mal war ich kurz davor das Buch in die Ecke zu pfeffern und es aufzugeben, doch ich wollte wissen, wie es schlussendlich ausgeht, also habe ich durchgehalten. Kiera hat mich nach einiger Zeit einfach nur noch genervt und Denny hat mir unendlich Leid getan. Ich fürchte, solch ausgeprägte Dreiecksgeschichten in Büchern sind nicht mein Ding.

Bis jetzt klang meine Rezension ja relativ kritisch und doch hat mir das Buch auf seine Art und Weise irgendwie gefallen. Ich vermute mal, dass daran maßgeblich die letzten 100 Seiten verantwortlich sind, denn die haben mich wieder versöhnlicher gestimmt. Die Charaktere werden klarer, sie öffnen sich und finden zu sich selbst. Manchmal kann man eben nicht mit dem Finger auf die Dinge zeigen, die einem gefallen haben. Es ist ein Gefühl das bleibt und so ist es auch bei diesem Buch.

Fazit

Eindeutig ist, dass mich das Buch zwiegespalten zurückgelassen hat. Es hat gute Aspekte, aber eben auch solche, die nicht nach meinem Geschmack waren. Wer mit Dreiecksgeschichten nichts anfangen kann, der sollte die Finger von dem Buch lassen, dem Rest wünsche ich viel Freude daran.

Ich vergebe knappe 3 von 5 Sternen für diesen Wälzer.

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