[Rezension] Die Möglichkeit von Glück von L.U. Ulder

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Titel: Die Möglichkeit von Glück
Autor: L.U. Ulder
Übersetzer: /
Verlag: Qindie
Erscheinungsdatum: 29. Mai 2015
Format: eBook (ca. 250 Seiten)
ASIN: B00WXW4KCW
Preis: 2,99€

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Leseprobe

 

 

Worum geht’s?

Als die zehnjährige Emilia, genannt Millie, eines Tages über Schmerzen im Unterleib klagt, glauben alle zunächst lediglich an eine Überreaktion des Kindes auf die Situation ihrer Eltern. Mutter und Vater befinden sich in einer Ehekrise. Mehr mit sich selbst als mit der kleinen Millie beschäftigt, werden die drohenden Vorboten zunächst übersehen und bagatellisiert. Erst als Millie nach einem erneuten peinlichen Missgeschick aus der Schule verschwindet und nicht gefunden werden kann, wird entdeckt, dass es um das kleine Mädchen schlechter bestellt ist, als bisher geahnt.
Die wiederkehrenden, kaum auszuhaltenden Krämpfe rufen Millies besten Freund Timmy auf den Plan. Doch Timmy ist tot. Vor drei Jahren starb der kleine Junge bei einem schrecklichen Unfall. Was also macht er bei Millie im Zimmer, wenn er doch eigentlich im Himmel sein sollte?

Meine Meinung zum Buch

“Die Möglichkeit von Glück” behandelt ein ernstes und trauriges Thema, dem der Autor unter anderem mit Mysteryaspekten begegnet. Eine Mischung, die meiner Meinung nach hier gut passt.

Was macht man als verunsichertes zehnjähriges Mädchen, wenn der Körper plötzlich nicht mehr so funktioniert, wie man es gewöhnt ist? Wenn die Schmerzen überhand nehmen und keiner einen ernst nimmt? Millie weiß gar nicht wie ihr geschieht als sie zum ersten Mal starke Krämpfe, aus dem Rücken ausgehend, durchstehen muss. Der Atem stockt ihr, sie kann nicht mehr gehen und auch nicht mehr stehen und zu allem Überfluss spielt ihre Blase auch nicht mehr mit. Erst ist es angeblich nur eine Blasenentzündung, dann ist es ein psychologisches Problem und sie kommt mit den Problemen ihrer Eltern nicht mehr klar. Wertvolle Zeit wird verschwendet, weil keiner sich die Mühe macht genau hinzuhören und nachzuhaken.
Ihr bester Freund Timmy ist gekommen, um sie zu holen und als sie nach einem weiteren heftigen Krampfanfall mit Blasenschwäche direkt vor ihrer gesamten Klasse nicht mehr weiter weiß, möchte sie freiwillig zu Timmy. In der Szene ist es mir eiskalt den Rücken runtergelaufen.

Ein auktorialer Erzähler führt uns durch die Geschichte, wobei der Leser hauptsächlich Einblicke in Millies Leben und Gefühlswelt erhält und das ihrer Mutter. Nebencharaktere, wie Millies Vater Paul, ihre Freundin Sophie, deren Schwester und die alte, etwas verrückt wirkende Frau, die von allen nur Hexe genannt wird, sind gut dargestellt und ausgearbeitet worden, spielen aber eben nur eine untergeordnete Rolle.
Die Charaktere sind in ihrem Handeln authentisch und gut gezeichnet. Ich konnte mich schnell in die verschiedenen Charaktere einfühlen und ihren Weg so mitverfolgen. Ein wichtiger Punkt für mich, denn ich finde fast nichts schlimmer als über einer Geschichte zu schweben und nicht Teil dessen zu sein.
Ich muss ehrlich zugeben, dass mir allerdings kaum ein Charakter wirklich vollständig sympathisch war, Millie mal ausgenommen. Den meisten Charakteren stand ich recht neutral gegenüber. Sie taten Dinge, die mir gefallen haben und auch welche, die mir missfielen. Einzig Millies Vater war mir absolut unsympathisch, von Anfang an.
Millie selber wirkt im Buch nicht immer wie ein zehnjähriges Mädchen. Häufig gibt sie sich sehr naiv und viel jünger als 10 Jahre. Wenn ich an meine Hortkinder denke, würden diese nicht alles so gutgläubig aufnehmen, wie Millie es tut.

Das Buch lies sich leicht und schnell lesen. Die Kapitel hatten eine angenehme Länge, so dass ich zügig durchs Buch gerauscht bin. Ein paar wenige Rechtschreibfehler sind mir zwar aufgefallen, haben mich aber nicht im Lesefluss gestört.

Das Thema an sich fand ich gut umgesetzt, sehe aber noch mehr Potenzial darin. Ich persönlich hätte mir beispielsweise noch einen stärkeren Fokus auf den Mysteryteil und damit den Grund für Timmys Erscheinen gewünscht. Die Herangehensweise ergibt auf jeden Fall Sinn, Millie durch ihren toten besten Freund, an den Tod selber heranzuführen. Ich hätte mir hier nur mehr Tiefe und etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht. Für mich war dieser Aspekt zu schnell abgehandelt und der Fokus lag für mich zu stark auf den Problemen der Eltern.

Fazit

Auch wenn die Thematik ernst und traurig ist, ist “Die Möglichkeit von Glück” ein Buch voller Hoffnung und Freundschaft. Ein Buch, das einen nachdenklich, aber auch versöhnlich zurück lässt.
Da mir die Probleme der Eltern zu sehr im Vordergrund standen und ich mir mehr Fokus auf Millies Erfahrungen mit dem Tod gewünscht hätte, gibt es von mir knappe 4 von 5 Sternen.

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